Dienstag, 19. Januar 2010

#15 Pachino, Palermo und Selinunte

... eine Woche - viel passiert!
Damit ich ein bisschen aus der Casa di Riposo rauskam und das Chaos in meinem Kopf beseitigen konnte, hab ich für eine Woche mit Steffi Zimmer, Arbeit und Mitbewohner getauscht.

Am Dienstag hab ich mich also mit David und Piero( ein Freund von David, der in Pachino Koch ist) auf den Weg gemacht. Nach einem Abstecher bei McDonalds( wer hätts gedacht ;) ) und einem Einkaufsbummel im Supermarkt sind wir mittags in Pachino angekommen.

Ins kalte Wasser geschmissen, hab ich gleich angefangen mit den Kindern dort Hausaufgaben zu machen. So leicht, wie ich vorher dachte, war es allerdings nicht, weil natürlich niemand Lust hatte Mathe zu machen, sondern alle lieber spielen wollten. Irgendwie ging der Nachmittag trotzdem rum, ohne dass sich die Kinder gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben.

Eigentlich wollte ich auch ein bisschen an den Strand gehen, der von Pachino nicht so weit weg ist, aber leider hat es fast die ganze Woche geregnet und die Straßen standen unter Wasser. Und kalt war es - unglaublich! Da sag noch einer, die Deutschen wären an die Kälte gewöhnt... das halte ich für ein Gerücht.

Aber auch wenn die Woche anstrengend war, bin ich froh, dass ich die Möglichkeit dazu hatte. Einfach mal eine andere Arbeit zu machen und aus den vier Wänden hier rauszukommen... Molto bene!

Weil ich das Wochenende dann mit Kathi zusammen frei hatte( und Adam, der andere Freiwillige aus Pachino, keine Lust hatte, was zu unternehmen), haben wir beschlossen, dass wir die Freiwilligen in Palermo besuchen gehen.

Also sind wir Freitag Abend mit zwei, die in Pachino im Centro mitarbeiten nach Vittoria gefahren und haben am Samstagmorgen den ersten Bus nach Palermo genommen.

Nach 3 Stunden sind wir dann im chaotischen Palermo angekommen. Und chaotisch ist eigentlich noch untertrieben. Wo es 3 Spuren auf der Straße gibt, fährt trotzdem jeder dort, wo Platz ist bzw. wo es einem besser gefällt. Sämtliche Verkehrsregeln werden dort glaub ich notorisch missachtet.

Nachdem wir mit dem Bus einmal das Zentrum von Palermo durchquert hatten, sind wir endlich bei "La Noce", der waldensischen Einrichtung dort, angekommen.

Weil die Freiwilligen dort aber entweder arbeiten mussten oder noch geschlafen haben und wir die Stadt sehen wollten, sind wir gleich wieder zu zweit losgezogen.

Mit Stadtplan bewaffnet und mit den Insidertipps der Palermitaner im Hinterkopf, sind wir dann zurück ins Zentrum gefahren.


Zuerst sind wir über einen der bekannten Märkte gelaufen. Zuerst sind wir an unzähligen Essensständen vorbei gelaufen und wurden von dem "Spiceman" zugequatscht, der uns( ohne dass wir es wissen wollten) erzählt hat, dass er schon im Fernsehn war und uns einen( klitzekleinen) Artikel der "Times" unter die Nase gehalten hat, in dem er mit 2 Sätzen erwähnt wurde... Gleich danach sind wir wagemutig an einem Stand vorbei gelaufen, an dem ein Schaf an den Füßen aufgehängt war, das auf der einen Seite noch das Fell hatte und auf der anderen Seite komplett aufgeschlitzt war( und bei Kathi und mir ziemliche Übelkeit ausgelöst hat).

Danach haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgeklappert. Von den "Quatro Canti" bis zum Duomo haben wir fast alles gesehen. Zwischendurch haben wir erfolgreich einen seltsamen Mann abgeschüttelt, der uns verfolgt hat und sind ständig einem kleinen( eventuell betrunkenen) Männchen über den Weg gelaufen, das schon im Bus neben uns saß und einen rießen Spaß daran hatte, mit seinem Megaphon alle um ihn rum zu beschallen.


Abends sind wir dann ziemlich müde und kaputt ins Bett gefallen.

Sonntags haben wir uns mit 7 anderen Freiwilligen ins Auto gesetzt und sind nach Selinunte gefahren.
Selinunte ist ist eine archäologische Ausgrabungsstelle südlich von Palermo, die mitten in mitten in der Natur und direkt am Meer liegt.

Es war wirklich schön, mal aus der Stadt rauszukommen, noch dazu war das Wetter wirklich gut. Es war wie Frühling dort, die Blumen haben schon geblüht und es hat richtig nach Sommer gerochen - jetzt wäre übrigens der richtige Zeitpunkt um neidisch zu werden ;).

Zu neunt sind wir dann auf die Ruinen geklettert, haben unzählige Fotos gemacht und waren schlichtweg begeistert, dass es im Januar so schön warm sein kann.


Schön wars! Da waren wir uns alle einig.

Abends haben wir uns dann wieder auf den Rückweg nach Vittoria gemacht. 3 Stunden im Doppeldeckerbus, mit einem leicht lebensmüden Busfahrer später, waren wir dann wieder hier und( wer hätte es gedacht) ziemlich müde.

Fazit: eine superschöne Woche! Fast wie Urlaub... :)
...und: psssst der Frühling ist da - ätsch!

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