Sonntag, 29. November 2009
#12 Zwischenseminar
Freitag, 30. Oktober 2009
#11 Leben und Tod
Vor 2 Tagen ist eine der Omas aus unserem Altenheim gestorben. Es ist wirklich ein komisches Gefühl, weil wir einfach noch einen Tag vorher mit ihr geredet haben. Von jetzt auf gleich ging es ihr schlechter, sie musste ins Krankenhaus und am nächsten Tag hab wir erfahren, dass sie gestorben ist. Sie wurde dann hier in die Kirche gebracht, damit ihre Familie und auch die anderen Bewohner sie noch einmal sehen können. Elsa ist auch nochmal zu ihr gegangen, aber mir war es ehrlich gesagt lieber, sie so in Erinnerung zu behalten, wie ich sie hier jeden Tag gesehen habe.
Es ist unglaublich, wie schnell man die Leute hier ins Herz schließt. Oft fangen sie einfach von selbst an uns ihr ganzes Leben zu erzählen. Man merkt, dass sie jemanden brauchen, mit dem sie reden können, weil teilweise die Familien nie zu Besuch kommen, oder sie gar keine Familie mehr haben.
Momentan geht es hier ziemlich vielen nicht gut. Ich glaube, dass der "Winter" allen ziemlich zu schaffen macht. Jeden Tag gibt es andere, die auf ihrem Zimmer essen und nicht mehr runter kommen. Sogar ich merke inzwischen, dass hier haufenweise Bakterien in der Luft hängen, seit 2 Tagen laufe ich nur noch mit Schal durch die Gegend und bin fleißig am Tee trinken...
Auf der anderen Seite gibt es hier aber auch schöne Momente. Heute morgen kam einer der alten Herren hier breit grinsend zum Frühstück und hat stolz erzählt, dass er heute Nacht Opa geworden ist. "Sono nonno" hat er alle 2 Minuten gesagt und allen bereitwillig erzählt, wie groß und wie schwer sein Enkel ist. Besonders stolz war er, dass der kleine "bambino" genauso heißt wie er: Matheo. Von den anderen gab es einen rießen Applaus und haufenweise Glückwünsche, sogar eine Durchsage wurde gemacht um ihm zu gratulieren.
Uns gehts aber eigentlich gut, inzwischen haben wir hier einige Leute kennen gelernt, mit denen wir viel unternehmen. Mit Teresa, eine der letzen italienischen Freiwilligen, und Maria gehe ich jetzt HipHop tanzen :) Also hier ist einiges los.
Ci vediamo
Mittwoch, 21. Oktober 2009
#10 Ein Hupen - viele Bedeutungen
Dabei kann jeder aus einem einzigen Hupen seine eigene, individuelle Botschaft lesen.
Wahlweise könnte es bedeuten:
- "Eeeeeeeeey stronzo, faaaaaaaaaaaaaaaaahr doch endlich"
- "Was wird das da vorne eigentlich wenns fertig ist?"
- "Hey, dich kenn ich doch, wie gehts dir?"
- "Ich bin da, du kannst runter kommen"
- "Fahr deine blöde macchina da vorne weg"
- "Heeeeeey Schnecke"
- "Stop! Ich fahr vor dir."
- "Achtung, ich komme!"
Im Vergleich zu Deutschland, ist das Straßenkonzert hier also um einiges farbenfroher ;)
Bis bald
Freitag, 9. Oktober 2009
#9 Ereignisreiche zwei Wochen
Samstag, 19. September 2009
#8 Noto
Laut den zwei Pachino-Mädels, sollte hier um 6:55Uhr an der Stazion ein Bus nach Ispica losfahren. Deshalb hat heute morgen um 5:40Uhr( ihhhhhh, extrem gemein, 5 Stunden Schlaf sind zu wenig) der Wecker geklingelt, damit Elsa und ich auch ja pünktlich am Bus sind, bis dorthin läuft man nämlich erst mal( in schnellem Tempo) 20 Minuten. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass der Bus schon weg war. Man merke 1.: das Schlimmste an den öffentlichen Verkehrsmitteln auf Sizilien ist nicht, dass sie zu spät kommen, sie fahren ZU FRÜH ab und das ständig.
Nun ja, der äußerst unfreundliche Mensch in der Bar, der die Bustickets verkauft, meinte wir können auch zuerst nach Modica fahren und von dort weiter nach Noto. Also schnell die Tickets gekauft und rein in den Bus - in den Schulbus. 1,5 Stunden saßen wir dann da drin, zwischen kreischenden, hochpubertären, rauchenden Italienern, die uns angelotzt haben, als könnte man gerade die äußerst seltene Tierart "Laurentia blonda" im Zoo bewundern. Man merke also 2.: NIE morgens um 7Uhr den Bus nehmen!
Nach 5 Stunden endlos wirkender Fahrt( Noto ist nur 40km von Vittoria entfernt) haben wirs dann aber endlich geschafft und wurden in Noto von einer kreischenden Steffi und einer kreischenden Kathi empfangen. Es war super die Mädels wieder zu sehen, weil uns die 6 Wochen in denen wir zusammen gewohnt haben, eben doch zusammengeschweißt haben.
Nachdem der neuste Klatsch und Tratsch ausgetauscht war und wir durch unser Gelächter wieder die komplette Aufmerksamkeit des Platzes auf uns gezogen haben, haben wir uns mit Carmelo, einem Italiener, den die zwei kennengelernt haben, getroffen. Carmelo wohnt in Noto und hat uns die Stadt gezeigt. Und ganz ehrlich kann ich sagen, dass es eine der besten Stadtführungen in meinem Leben war. Unglaublich, wieviel er über die Stadt wusste, über Karlsruhe könnte ich lange nicht so viel erzählen. Die wichtigsten Sachen, wie den Dom oder die via Nicholisi, haben wir uns angeschaut und ein Stück Pizza sowie das obligatorische Eis durften natürlich auch nicht fehlen.
Wer eine wirklich schöne Barockstadt sehen will, sollte schnurstracks nach Noto fahren, eine wirklich, wirklich schöne Stadt, man kommt aus dem Staunen fast nicht mehr raus.
Ein Deutscher( kein besonders berühmter, glaube ich) hat über Noto wohl mal gesagt: "Es ist ein Garten aus Stein" und Recht hat er gehabt damit.
Die Rückfahrt war weitaus bequemer, rein in den Bus, einmal umsteigen und aussteigen. Das ganze in 2,5 Std. Es geht also auch anders( zu früh abgefahren sind wir trotzdem).
Den Vogel abgeschossen hat heute aber wieder Elsa( tut mir leid, das muss einfach sein). Zuerst hat sie sich hier in Vittoria ein Ticket nach Modica gekauft, 5 Minuten bevor der Bus kam, war es wie vom Erdboden verschwunden und sie musste ein zweites kaufen. Gelernt hat sie dabei aber nichts, denn auf der Rückfahrt, also wir in Rosolini umsteigen mussten, war das Ticket wieder verschwunden. Zum Glück hat uns ein netter Opa, der dort die Tickets verkauft, geholfen, so das der Busfahrer Elsa auch ohne Ticket hat einsteigen lassen.
Alles in allem: ein super Tag! Hat sich gelohnt, hat gut getan und muss bald wiederholt werden.
Donnerstag, 10. September 2009
#7 Caffè, großer Wechsel und Regengüsse
es gibt wieder Neues aus dem Stiefel( obwohl wir da ja eigentlich nicht mehr dazu gehören).
Inzwischen sind Steffi und Kathi nach Pachino gezogen, wo sie jetzt wohl doch das komplette Jahr bleiben werden, das heißt man wird mich die ganzen nächsten 10,5 Monate in Vittoria antreffen.
Elsa und ich wohnen jetzt mit Anna und Maria zusammen. Anna kommt aus Ungarn und kam am Montag Abend hier an. Eigentlich wollten wir sie vom Bus abholen, weil wir aber davor noch von dem Hausmeister hier zum Essen eingeladen wurden und uns verquatsch haben, haben wir sie verpasst. Sie ist dann aber irgendwie mit 2 Frauen hier her zur Casa di Riposo gekommen.
Maria kommt auch aus Deutschland und ist seit gestern hier. Auch sie wollten wir eigentlich abholen, nachdem Sergio und ich dann über eine Stunde an der Bushaltestelle standen( und laut Sergio eine große Blonde suchen mussten - es kam eine kleine Dunkelhaarige ;) ), hat einer aus dem Büro angerufen und meinte sie steht an der anderen Haltestelle. Nun ja, das Timing müssen wir wohl noch etwas verbessern.
In 2 Wochen kommt jetzt noch Beata aus Norwegen - ich bin gespannt.
Jetzt gibts was zu erzählen, da weiß ich ganz genau, das viele gleich vor Lachen Bauchschmerzen bekommen.
Klein Laura mag Caffè! Jaaaaa, genau! Ich, die die sonst immer die größte Grimasse gezogen hat, wenn sie vor der Schule einen Kaffee getrunken hat um nicht einzuschlafen, ich mag seit neustem Kaffee. Aber nicht irgendeinen Kaffee, das wäre ja langweilig ;) Angefangen hat es damit, dass mich Sergio gezwungen hat "crema die caffè" zu probieren und die wir richtig lecker( müsst ihr auch unbedingt probieren wenn ihr mich besuchen kommt).
Und dann gibt es hier "orzo"( ich weiß gar nicht genau, wie man das schreibt). Euch Deutschen zuhause drehts wahrscheinlich gleich den Magen im Bauch um, aber ob ihr es glauben wollt oder nicht, das schmeckt echt gut! Orzo ist kalter Kaffee( jaaaaa, der wird extra in den Kühlschrank gestellt) mit Unmengen an Zucker versüßt. Also babbsüßer, kalter Kaffe.... - mhmmmm lecker!!!
Ja und Maria scheint irgendwie aus Deutschland schlechtes Wetter mitgebracht zu haben, gestern bin ich schon aufgewacht, weil ich gefroren habe( okey, es war trotzdem nicht richtig kalt, aber ich bin jetzt eben andere Temperaturen gewohnt) und heute, wo ich den Mittag frei habe und ans Meer wollte, regnet es. Und zwar nicht nur ein bisschen, seit 2 Stunden schüttet es was das Zeug hält. Die Türen hier sind gar nicht richtig dicht hab ich festgestellt, ich habe mir erst mal ein Handtuch gesucht, dass das Wasser davon abhält mir hier in meinem Zimmer Gesellschaft zu leisten. Da werd ich mir den Nachmittag mit Vokabeln lernen,Film schauen und Kaba trinken( den lasse ich trotz Orzo nicht im Stich) versüßen...
Bis bald meine Lieben
Mittwoch, 2. September 2009
#6 La bella figura
Das ist der Ausblick aus unserem Wohnzimmer.
Das sind wir ;) Kathi, Elsa, Steffi und ich.
Dienstag, 1. September 2009
#5 Campen ohne alles
Dienstag, 25. August 2009
#4 Die erste Woche
Eine Woche sind wir jetzt hier und ich muss gestehen, dass ich nicht das Gefühl habe eine Woche hier zu sein. Auf der einen Seite ist die Woche so unglaublich schnell vorbei gegangen, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl schon ewig hier zu sein.
Inzwischen waren wir an einem unserer freien Tage am Meer :) der Strand hier ist super, gar nicht so dreckig wie viele sagen. Ein langer Sandstrand mit ziemlich klarem Wasser. Von einer Abkühlung im Meer kann aber keine Rede sein, das Wasser hat Badewannentemperatur. Teresa, eine der italienischen Freiwilligen hier hat uns mit nach Scoglitti genommen und musste uns( was uns wirklich peinlich war) auch wieder nach Hause fahren, weil wir die Sache mit dem Bus verplant haben.
Das der Bus nicht immer so fährt wie es auf dem Plan steht, haben wir am Sonntag erlebt. Lia, eine die hier arbeitet hat uns zur Bushaltestelle gefahren, dort haben wir dann gewartet, und gewartet, und gewartet, aber es kam kein Bus. Also sind wir in der Mittagshitze wieder nach Hause gelaufen.
Schon nach dieser einen Woche haben wir hautnah erlebt, wie es ist auf Sizilien zu sein. Die Dusche funktioniert zu bestimmten Zeiten überhaupt nicht, also dann, wenn alle duschen und die Küche Wasser zum spülen braucht. Aber auch zu allen anderen Zeiten klappt das mit der Dusche nur, wenn die Dusche gerade Lust hat zu funktionieren. Wir hoffen, dass wir im Winter warmes Wasser haben, momentan duschen wir nämlich eiskalt( ist aber noch ganz angenehm bei den Temperaturen hier).
Die Arbeit macht immernoch Spaß, inzwischen wissen wir was wir machen müssen, aber es kommen trotzdem jeden Tag neue Aufgaben dazu.
Die "bevanda" - den Wagen mit den Getränken müssen wir zweimal am Tag durch die "Casa di Riposo" schieben, damit die Leute genug zu trinken bekommen. Dann helfen wir jeden Tag beim Tisch abräumen bzw. decken und dabei den Speisesaal sauber zu halten.
Gestern hab ich mit Kathi den Eingangsbereich des Treppenhauses geputzt und das war auch wirklich nötig. Wir dachten nicht, dass es so anstrengend wird, aber am Ende vom Tag waren wir total kaputt.
Heute morgen war ich mit Teresa und einer alten Frau hier aus dem Altenheim im Krankenhaus, weil die Frau eine Kontrolluntersuchung hatte. Und ja, ich bin in Italien! Im Auto kann man sich nur vorne anschnallen und im Krankenhaus benutzt jeder sein Handy, obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist. Der Schwiegersohn der Frau, die wir ins Krankenhaus gebracht haben, meinte nur: "wir sind in Italien, das Leben hier ist ein Spiel, man kann machen wozu man Lust hat." Ich finde das trifft die ganze Sache ziemlich gut.
Der Nachmittag war heute super unterhaltsam. Wir haben Antonella bei der Animation geholfen, auf dem Programm stand heute Musik hören. Bei den meisten Programmpunkten sitzen die alten Leute nur um sie rum und schauen zu, das finden wir alle ein bisschen schade, vielleicht lässt sich das im Laufe des Jahres noch ändern. Heute, als die Musik kam, haben aber einige angefangen zu tanzen, es war richtig schön zu sehen, wie einige wieder zum Leben erwachen und tanzen oder singen, wenn sie Musik hören.
Das Italienisch macht auch jeden Tag Fortschritte, viele glauben uns inwischen nicht mehr, dass wir erst seit einem Monat Italienisch sprechen bzw. sprechen lernen. Da ist man schon irgendwie stolz auf das, was man schon gelernt hat. Und wenns mal nicht klappt, hat man ja auch noch Hände und Füße.
Gestern haben wir auch endlich Giovanna, die Direktorin hier kennengelernt. Bis jetzt scheint sie genau so nett und hilfsbereit zu sein wie alle anderen hier auch. Sie meinte nur, dass mein Zimmer eigentlich ihr gehört, weil sie teilweise länger arbeitet und dann nicht mehr nach Hause fährt. David hat uns allerdings am Anfang gesagt wir können das Zimmer benutzen, ich bin gespannt, wie wir das jetzt regeln.
Geregelt werden muss hier sowieso noch einiges, wir haben immernoch keinen festen Arbeitsplan und die freien Tage schweben auch mehr oder weniger in der Luft. Ich denke, dass wir das alles klären, wenn Anfang September die anderen Freiwilligen aus Ungarn und Norwegen kommen. Weil wir die ersten Freiwilligen hier sind, müssen wir, denke ich, auch noch viele Sachen selbst in die Hand nehmen, aber das war bis jetzt noch kein Problem.
Mir gehts auf jeden Fall gut hier, ich habe mich noch nicht an Pizza, Pasta & Co überfressen( die Küche hier ist super) und die Blicke der Italiener haben uns auch noch nicht aufgefressen.
Heute Abend wollen wir mal in den Sportkeller, dort gibt es ein Laufband( joggen in freier Wildbahn ist hier ziemlich unklug, weil überall chaotischer Verkehr ist) und irgendein anderes Gerät für die Mukkis.
Das soll erst mal wieder reichen, für Rechtschreibfehler übernehme ich keine Haftung ;) ich merke nämlich selbst, dass sich die immer öfter einschleichen... Grausam, wenn man keinen Deutschlehrer mehr hat, der einen verbessert....
Ci vediamo presto
Donnerstag, 20. August 2009
#3 Der erste "Arbeitstag"
nachdem wir hier ja ständig w-lan haben, kann ich auch öfter mal berichten was wir hier machen.
Heute Morgen sind wir erst mal einkaufen gegangen, damit wir mit allem möglichen Schnickschnack ausgerüstet sind. Auf dem Weg zum Supermarkt haben wir dann gleich mal hautnah gespürt, was David meinte, als er gesagt hat, dass wir angestarrt werden. Teilweise sind die echt dreist hier, manche Männer stellen sich demonstrativ in die Tür, damit wir sie auch auf jeden Fall sehen. Einer kam uns ein bisschen zu nahe, da sind wir uns aber nicht sicher, ob er behindert war oder nicht.
Auf jeden Fall haben wir dann erst mal einen kleinen Dorfsupermarkt unsicher gemacht, die Hälfte gabs dort nicht und das, was es gab, war total überteuert. Wir habens aber geschafft uns mit dem nötigsten einzudecken.
Heute Mittag haben wir dann in der Küche geholfen. Wobei Küche relativ ist, Kathi und ich haben Benino( oder so ähnlich ;)), einem der Zivis, geholfen die Tische abzuräumen und sauber zu machen. War extrem lustig, weil ein paar von den Omis und Opis noch mit uns reden wollten, wir aber kein Sizilianisch verstehen, also musste Benino ständig übersetzen. Im Endeffekt haben alle gesagt, dass wir ja alle so hübsch sind und eine Oma meinte sie hat sich in mich verliebt. Die sind so goldig alle.
Und weil wir mittags noch nie am Meer waren, hat der Zivi gleich gemeint, dass er uns morgen mit nach Scoglitti nimmt.
In Scoglitti sind hier momentan alle, weil hier auch Ferien sind und die Strände wirklich schön sind.
Vorgestern hat uns die stellvertretende Direktorin mit dort hin genommen, weil ihr Sohn mit seiner Band dort in einer Strandbar ein Konzert gegeben hat. War super! Nur ziemlich kalt, weil wir nicht wussten, dass es am Strand ist und keiner eine Jacke dabei hatte.
Es ist unglaublich, wie bemüht hier alle sind, dass es uns gut geht und dass wir uns wohl fühlen.
Gegen Abend haben Kathi und ich dann ein paar von den Bewohnern hier animiert einen Film zu schauen, das ist gar nicht so einfach, wenn man noch nicht viel sagen kann und die alten Leute nicht versteht.
Jetzt werden wir uns erst mal gemütlich hier ins Wohnzimmer setzen und hoffen, dass unsere Hauskakerlake nicht wieder kommt... sonst haben wir ab jetzt irgendwelche Chemikalien, die hoffentlich helfen...
So viel bis hier hin, lass was von euch hören wies euch geht und was zuhause los ist. Wir hören inzwischen auch deutschen Radio übers Internet, ist ganz schön ein bisschen was von Zuhause zu haben. Daher wissen wir auch, dass es in Deutschland wohl fast genauso warm ist wie hier...
Alora, ich freue mich über Post, Mails und Kommentare...
Montag, 17. August 2009
#2 In Vittoria angekommen
wir habens endlich geschafft - wir sind angekommen!
Nach 22 Std Fahrt sind wir endlich auf Sizilien. Gestern Mittag um 14Uhr sind wir in Bobbio losgefahren und um 17Uhr ist unser Zug in Torino Porta Nuova abgefahren.
Blöd war, dass unsere Gruppe über den ganzen Zug verteilt war, also die Palermitianer saßen weiter vorne und wir anderen im letzen Wagen, weil sich der Zug in Messina getrennt hat. Wir hatten es uns alle viel ungemütlicher vorgestellt in so einem Schlafwagen. Das Gepäck haben wir extrem reinquetschen müssen, aber sonst war alles super. Zwischendurch ist man halt immer wieder aufgewacht, wenn der Zug irgendwo gehalten hat. Krass war, dass ein paar von uns Geld aus dem Abteil geklaut wurde, während sie geschlafen haben, das hat die Zugfahrt ein bisschen getrübt.
Heute Mittag sind wir dann um halb 1 in Syracusa angekommen. Kaum hat man die Tür vom Zug aufgemacht kam einem eine Hitzefront entgegen. Unglaublich wie heißt es hier ist.
David, der Pfarrer von hier ist super nett, als erstes sind wir zum Mägges gefahren( wie treffend er die Vorurteile über Amerikaner erfüllt), danach durften wir 2 Std im Auto schwitzen.
Die Umgebung hier sieht Afrika schon schwer ähnlich, größtenteils Wüste mit ein paar Büschen dazwischen. Man merkt auch an den Häusern, dass wir jetzt in einer ärmeren Region sind.
Unsere Wohnung passt da so gar nicht dazu. Wir wohnen quasi über dem Altersheim in einer rießen großen Wohnung. Jeder von uns hat ein eigenes Zimmer und die Zimmer sind vergleichbar mit meinem in Deutschland, also wer schon mal mein Zimmer gesehen hat weiß, dass das keine normale Größe ist. Die Wände sind auch abartig hoch. Etwas kahl siehts hier noch aus, aber das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen ändern.
Morgen wird erst mal der ganze Papierkram erledigt, damit wir uns hier eine Handykarte usw. zulegen können.
Später wollen wir mal noch Vittoria erkunden, mal schauen was es hier so alles zu sehen gibt.
Großartig bewegen will sich hier aber noch niemand, weil es so unglaublich warm ist.
Glücklicherweise haben wir in unserer Wohnung Internet, ich werde also öfter zu erreichen sein.
Also bis jetzt gehts mir gut, ich bin gut angekommen, ich leb noch und bin mit allem zufrieden. Wenn ich weiß, was genau ich hier machen werde meld ich mich wieder!
Bis bald meine Lieben,
Ciao
Mittwoch, 12. August 2009
#1 Sprach- und Kulturkurs im Piemont
so langsam freunde ich mich auch mit meinem Blog an, soll heißen, dass ich ab und zu mal berichten werde wie es sich so lebt in Bella Italia.
Die letzen zweieinhalb Wochen bin ich jetzt schon hier in Bobbio Pellice, einem kleinen Dorf im Piemont. Die ganze Umgebung sieht aus, als hätte man sie aus einem Katalog geklaut, traumhafte Berge, super schöne Städtchen( bzw. Dörfchen) und die meiste Zeit ein super Wetter.
Momentan sind wir noch 10 Deutsche, die versuchen des Italienischen mächtig zu werden. Richtig gut klappt das noch bei keinem, aber ganz langsam fangen wir alle an die Italienier um uns rum mit unserem holprigen Italienisch zuzuquatschen.
Unterricht haben wir immer Vormittags, wobei man sagen muss, dass ein großer Teil des Unterrichts aus der berühmt berüchtigten "pausa" besteht, die niemals kürzer als 45Minuten dauert.
Die Nachmittage sind fast immer mit Kulturprogramm gefüllt. Kulturprogramm ist hier fast alles, teilweise haben wir uns Kirchen oder andere Einrichtungen der Waldenserkirche angeschaut, weil das ja unsere Partnerorganisation bzw. -kirche hier in Italien ist. An anderen Tagen sitezn wir mit unseren "Betreuern" zusammen und diskutieren über alle möglichen Themen die es über Italien zu diskutieren gibt.
Uns allen kommt es noch gar nicht so vor, als wären wir hier schon drei Wochen, die Zeit geht so schnell vorbei. Die Leute in unserer Gruppe sind so verschieden und trotzdem verstehen wir uns alle super, wir haben rund um die Uhr Halligalli - was aber auch recht anstrengend sein kann.
Inzwischen freu ich mich wirklich auf ein eigenes Zimmer, in dem nicht 5 Koffer mittendrin stehen( ihr wollt wirklich nicht wissen wie unser Zimmer im Moment aussieht) und wo ich meine Sachen in einen Schrank räumen kann.
Es ist unglaublich, wie sich hier alle bemühen uns bei Laune zu halten, heute waren wir mit unserem Italienischlehrer und ein paar Freunden von ihm am Fluss. Mehr als 20 Leute wurden dafür in 3 kleine italienische Autos gestapelt, grundsätzlich wurde sich erst mal nicht angeschnallt, dann natürlich viel zu schnell den Berg hochgefahren und vor den Kurven mal kurz gehupt, damit der Gegenverkehr weiß, dass jemand kommt. Die Badestelle war aber traumhaft, das Wasser war zwar arschkalt, aber zur Abkühlung genau richtig. Schade ist hier nur immer, dass die Sonne schon um 5 oder 6 hinter den Bergen verschwindet.
In der ersten Woche waren wir alle in Turin, eine super Stadt, so richtig italienisch, mit dem typisch südländischen Flair. Dort werde ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein.
Der einzige Haken an der ganzen Sache ist das Essen. Ja ich weiß, Italien, das Land des tollen Essens... Stimmt auch eigentlich, nur essen wir hier viel zu viel. Zweimal am Tag bekommt man hier 2 komplette Gänge vorgesetzt, Pasta natürlich als Vorspeiße und dann noch eine Runde Fleisch. Brot schmeckt grauenhaft und wirklich abwechslungsreich ist der ganze Spaß nicht.
Am Sonntag gehts dann weiter nach Sizilien, 22Std. Zugfahrt ab Turin. Glücklicherweise haben wir einen Schlafwagen und müssen auch nicht umsteigen, die Umsteigerei war bei der Herfahrt nämlich der größte Stress, weil jeder einen extrem schweren Koffer und mehrere Taschen dabei hatte.
Aber wir sind hier gut angekommen und werden hoffentlich auch gut nach Sizilien kommen.
Das wars fürs erste, ich halte euch auf dem Laufenden.
A presto, salutti a tutti
eure Laura