Sonntag, 29. November 2009

#12 Zwischenseminar

Bevor ich anfange eine kleine Info vorweg:
heute ist der 1. Advent und es hatte 25° auf Sizilien. Da wird jegliche( aus dem Norden importierte) Weihnachtsstimmung restlos kaputt gemacht. Zwischendurch hängen zwar vereinzelt Weihnachtsmänner an den Hausfassaden, aber die sehen eher aus, als hätte man sie im letzen Jahr vergessen abzuhängen, als für dieses Weihnachten gedacht.
Ja, die typische Dezemberstimmung fehlt mir hier schon ein( großes) Bisschen.
Jetzt aber zum Zwischenseminar!


Freitag vor einer Woche haben wir uns auf den Weg gemacht. Um 22Uhr sind wir in Catania in den Nachtzug nach Rom gestiegen um von dort weiter nach Florenz zu fahren. Gleich zu Beginn hat es nicht ganz so geklappt wie wir erwartet hatten. Anstatt eines Abteils mit Betten und abschließbaren Türen, hatten wir normale Sitzplätze und Türen, die man nicht zuschließen konnte. Zum Glück war der Zug nicht voll und wir konnten uns jeweils zu 2. ein Abteil teilen. Mit ein bisschen Kreativität und den nötigen Schals haben wir es schließlich auch geschafft die Türen mit den Garderoben zu verknoten, so dass die komischen Gestalten, die sich auf den Gängen rumgetrieben haben, nicht mehr rein konnten. So sind wir dann über Land und Wasser in den Norden gefahren.

Endlich in Florenz angekommen haben wir erst mal unser Gepäck in die Foresteria( ein Hotel, dass zur Waldenserkirche gehört) geschafft und sind dann losgezogen um die Stadt zu erkunden.

Vor dem Dom war das Geschrei groß, denn wir haben schon ein paar der anderen Freiwilligen wiedergetroffen.
Zusammen mit Maria hab ich dann den restlichen Samstagnachmittag Florenz erkundet.




Als erstes sind wir in und auf den Dom, wunderschön! Schon von außen ist der Dom extrem schön und sieht ein bisschen aus, als könnte man ihn essen ;) Innen ist er eher schlicht, aber auch das hat mir gut gefallen. Das absolute Highlight des ganzen Florenzaufenthalts war aber die Kuppel des Doms, von der man über die Stadt schauen kann. Irgendwie haben wir es geschafft genau dann dort oben zu sein, als die Sonne unterging - maraviglioso!!! Traumhaft schön.


Weil es danach dunkel war und wir uns die Stadt lieber bei Tag anschauen wollten, haben wir ein bisschen die Geschäfte Florenz' unsicher gemacht. Shoppen kann man dort nämlich auch super...

Am Abend haben wir uns mit allen Freiwilligen in einer Pizzeria getroffen und uns noch ein bisschen die Stadt bei Nacht angesehen.

Was erstaunlich war ist, dass ich in einer Großstadt wie Florenz weniger Bedenken habe nachts durch die Straßen zu laufen, als hier in Vittoria. Vielleicht weil ich es gewohnt bin in einer Stadt zu leben, oder weil hier Sizilien ist, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hab ich mich irgendwie sicher gefühlt.

Sonntag morgens bin ich mit Maria wieder losgezogen um noch ein paar andere Dinge der Stadt zu sehen, ganz viele kleine, goldige Sträßchen haben wir gefunden :), über die Ponte Vecchio sind wir gelaufen und den falschen David haben wir auch angeschaut.Eine wirklich schöne Stadt!

Nachmittags bin ich dann mit den Riesifreiwilligen nach Castellina aufgebrochen. Nach 1,5 Std Zugfahrt waren wir endlich dort - mitten in der Toskana.
Ich hätte nicht gedacht, dass es dort wirklich so malerisch ist, aber was man so hört ist nicht gelogen. Für uns Sizilianer war das Schönste der Herbst. Hier wird jetzt alles grün, aber in der Toskana sieht man Blätter in sämtlichen Farben und fühlt sich ein bisschen an Zuhause erinnert.

Eine Woche haben wir dann dort in einem typisch toskanischen Landhaus gewohnt. 20 Freiwillige und unsere Teamer. Wir haben viel über unsere bisherigen Erfahrungen gesprochen, uns ausgetauscht und viel Spaß gehabt. Es war schön und interessant zu sehen, dass es den anderen ähnlich geht, oder auch zu sehen, wie die anderen mit Problemen usw. umgehen. Natürlich haben wir auch immer wieder theoretische Einheiten gehabt, die aber nie langweilig wurden.



Mittwochs waren wir alle zusammen in Siena, haben die Stadt angeschaut, Kaffee getrunken und "gearbeitet". Eine unsere Aufgaben war es nämlich Interviews zum Thema "Die Rolle der Frau in der italienischen Gesellschaft" zu führen. Ganz nebenbei haben die Interviews natürlich Spaß gemacht, die Leute haben ganz unterschiedlich auf unsere Fragen reagiert, manche wollten sich zu dem Thema gar nicht äußern, andere haben gleich bereitwillig Fotos ihrer Enkel aus dem Geldbeutel geangelt um sie uns zu zeigen.

Schade war, dass einige von uns die ganze Woche krank waren und fast gar nicht am Seminar teilnehmen konnten.

Gestern haben wir uns dann alle verabschiedet und sind in die unterschiedlichen Himmelsrichtungen aufgebrochen( wir dieses mal mit Schlafwagen).

Alles in allem eine super Woche und es ist schade, dass es nicht noch so ein Zwischenseminar gibt.

Freitag, 30. Oktober 2009

#11 Leben und Tod

Wir haben ja alle gewusst, dass es sehr wahrscheinlich passieren wird, aber es ist trotzdem seltsam und traurig, dass es jetzt wirklich passiert ist.
Vor 2 Tagen ist eine der Omas aus unserem Altenheim gestorben. Es ist wirklich ein komisches Gefühl, weil wir einfach noch einen Tag vorher mit ihr geredet haben. Von jetzt auf gleich ging es ihr schlechter, sie musste ins Krankenhaus und am nächsten Tag hab wir erfahren, dass sie gestorben ist. Sie wurde dann hier in die Kirche gebracht, damit ihre Familie und auch die anderen Bewohner sie noch einmal sehen können. Elsa ist auch nochmal zu ihr gegangen, aber mir war es ehrlich gesagt lieber, sie so in Erinnerung zu behalten, wie ich sie hier jeden Tag gesehen habe.
Es ist unglaublich, wie schnell man die Leute hier ins Herz schließt. Oft fangen sie einfach von selbst an uns ihr ganzes Leben zu erzählen. Man merkt, dass sie jemanden brauchen, mit dem sie reden können, weil teilweise die Familien nie zu Besuch kommen, oder sie gar keine Familie mehr haben.
Momentan geht es hier ziemlich vielen nicht gut. Ich glaube, dass der "Winter" allen ziemlich zu schaffen macht. Jeden Tag gibt es andere, die auf ihrem Zimmer essen und nicht mehr runter kommen. Sogar ich merke inzwischen, dass hier haufenweise Bakterien in der Luft hängen, seit 2 Tagen laufe ich nur noch mit Schal durch die Gegend und bin fleißig am Tee trinken...

Auf der anderen Seite gibt es hier aber auch schöne Momente. Heute morgen kam einer der alten Herren hier breit grinsend zum Frühstück und hat stolz erzählt, dass er heute Nacht Opa geworden ist. "Sono nonno" hat er alle 2 Minuten gesagt und allen bereitwillig erzählt, wie groß und wie schwer sein Enkel ist. Besonders stolz war er, dass der kleine "bambino" genauso heißt wie er: Matheo. Von den anderen gab es einen rießen Applaus und haufenweise Glückwünsche, sogar eine Durchsage wurde gemacht um ihm zu gratulieren.

Uns gehts aber eigentlich gut, inzwischen haben wir hier einige Leute kennen gelernt, mit denen wir viel unternehmen. Mit Teresa, eine der letzen italienischen Freiwilligen, und Maria gehe ich jetzt HipHop tanzen :) Also hier ist einiges los.

Ci vediamo

Mittwoch, 21. Oktober 2009

#10 Ein Hupen - viele Bedeutungen

Nicht nur die typischen Vorurteile behaupten es, auch der Alltag in Italien zeigt: Italiener sind musikalisch veranlagt. Zumindest was das tägliche Hupkonzert auf Siziliens Straßen betrifft.
Dabei kann jeder aus einem einzigen Hupen seine eigene, individuelle Botschaft lesen.

Wahlweise könnte es bedeuten:
- "Eeeeeeeeey stronzo, faaaaaaaaaaaaaaaaahr doch endlich"
- "Was wird das da vorne eigentlich wenns fertig ist?"
- "Hey, dich kenn ich doch, wie gehts dir?"
- "Ich bin da, du kannst runter kommen"
- "Fahr deine blöde macchina da vorne weg"
- "Heeeeeey Schnecke"
- "Stop! Ich fahr vor dir."
- "Achtung, ich komme!"

Im Vergleich zu Deutschland, ist das Straßenkonzert hier also um einiges farbenfroher ;)

Bis bald

Freitag, 9. Oktober 2009

#9 Ereignisreiche zwei Wochen

Vor zwei Wochen war es endlich so weit: die Warterei hatte ein Ende und Philipp hat die Besuchersaison in Vittoria eröffnet.
Auch wenn wir zugegebener Maßen viel gefaulenzt haben, konnte man uns zwischendurch als fleißige Paparazzi auf Kulturtrip finden.

Gleich an einem der ersten Tage waren wir zusammen mit Francesca, Sergio, Arturo und Anhängsel "cozze" essen. Wir Deutschen haben natürlich erst mal das Gesicht verzogen, verständlich bei dem Wort, bis und erklärt wurde, dass "cozze" Muscheln sind - und die waren extrem lecker!

Zusammen mit Elsa sind Philipp und ich ein paar Tage später nach Ragusa Ibla gefahren - viele Kurven, draufgängerische Busfahrer und unbequeme Bussitze beschreiben die Fahrt ganz gut ;)

Ragusa Ibla ist die Altstadt von Ragusa und recht klein im Vergleich zu anderen sehenswerten Stadtteilen, die es hier gibt. Alles wichtige findet man in der Nähe des Doms. Auch wenn so mancher Kulturbanause nicht so richtig für die typisch italienischen bzw. südländischen, verwinkelten Gassen zu begeistern war, habe ich am Ende meinen Stadtrundgang bekommen. Und ich fand es toll!



Das Beste an dem Tag war trotzdem das Eis! Dort gibt es eine Eisdiele, in der man Weineis kaufen kann, muss man auf jeden Fall mal probieren( auch wenn dort so ziemlich jede Sorte unglaublich gut schmeckt).

Nach kurzer Touripause gings nach Modica. Nachdem wir dort schon kurz waren, als wir nach Portopalo gefahren sind, habe ich eine extrem schöne Stadt erwartet. Schön ist die Stadt, keien Frage, aber man läuft die ganze Zeit an der Hauptstraße entlang, was auf Dauer ein bisschen nervig ist.

Trotzdem wars ein schöner Nachmittag!

Das absolute Highlight war allerdings der Ätna. Nach knapp 3 Stunden Fahrt( unter anderem durch den extrem chaotischen Verkehr von Catania), sind wir an der Talstation der "Funivia" angekommen. "Funivia" ist die Gondel, mit der man die ersten paar hundert Meter des Ätna hinter sich bringen kann. Trotz komplett überteuerter Preise und umzingelt von haufenweise Deutschen, sind wir dann nach oben gefahren. Weil wir nicht ganz faul sein wollten, haben wir auf eine Tour im Geländewagen verzichtet( wäre bestimmt auch um einiges langweiliger gewesen) und sind den Berg zu Fuß hoch gewandert/ geklettert/ gerutscht.

Die Aussicht dort oben ist der Hammer, vor allem weil wir richtig gutes Wetter hatten und bis ins Tal runter schauen konnten.

Ganz komisch war, dass man schon nach kurzen zurückgelegten Strecken das Gefühl hatte, dass alles ganz schnell kleiner wird. Und dort oben ist es still, das war unglaublich. Wenn nicht gerade einer der Busse vorbei fährt, hört man wirklich nichts.



Wir sind zwar nicht auf den höchsten Gipfel des Ätnas gewandert, ich bin mir nicht mal sicher, ob man dort hoch kann, aber auf den zweithöchsten Punkt haben wir uns bzw. wahrscheinlich eher ich mich gequält.

Es hat sich wirklich gelohnt diesen Ausflug zu machen, ein super schöner Tag kann ich da nur sagen!

Leider sind die zwei Wochen viel zu schnell vorbei gegangen und jetzt muss ich erst mal wieder bis Weihnachten durcharbeiten.

Was man auch noch erzählen sollte: nach einigen Problemen mit unserer norwegischen Freiwilligen hier, fährt sie am Sonntag wieder zurück nach Hause( was glaub ich für alle besser ist). Wir werden dieses Jahr also zu 4. bzw. zu 3.( wenn Elsa in Pachino ist) bleiben.

Das wars erst mal wieder, ci vediamo a Natale :)

Und zum Schluss noch "salut" an Elsas Mama.

Samstag, 19. September 2009

#8 Noto

Zur Abwechslung haben Elsa und ich heute mal unseren freien Tag dazu genutzt, um unsere Umgebung zu erkungen( Okey, wir wollten auch Kathi und Steffi wiedersehen - erwischt).

Laut den zwei Pachino-Mädels, sollte hier um 6:55Uhr an der Stazion ein Bus nach Ispica losfahren. Deshalb hat heute morgen um 5:40Uhr( ihhhhhh, extrem gemein, 5 Stunden Schlaf sind zu wenig) der Wecker geklingelt, damit Elsa und ich auch ja pünktlich am Bus sind, bis dorthin läuft man nämlich erst mal( in schnellem Tempo) 20 Minuten. Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass der Bus schon weg war. Man merke 1.: das Schlimmste an den öffentlichen Verkehrsmitteln auf Sizilien ist nicht, dass sie zu spät kommen, sie fahren ZU FRÜH ab und das ständig.
Nun ja, der äußerst unfreundliche Mensch in der Bar, der die Bustickets verkauft, meinte wir können auch zuerst nach Modica fahren und von dort weiter nach Noto. Also schnell die Tickets gekauft und rein in den Bus - in den Schulbus. 1,5 Stunden saßen wir dann da drin, zwischen kreischenden, hochpubertären, rauchenden Italienern, die uns angelotzt haben, als könnte man gerade die äußerst seltene Tierart "Laurentia blonda" im Zoo bewundern. Man merke also 2.: NIE morgens um 7Uhr den Bus nehmen!

Nach 5 Stunden endlos wirkender Fahrt( Noto ist nur 40km von Vittoria entfernt) haben wirs dann aber endlich geschafft und wurden in Noto von einer kreischenden Steffi und einer kreischenden Kathi empfangen. Es war super die Mädels wieder zu sehen, weil uns die 6 Wochen in denen wir zusammen gewohnt haben, eben doch zusammengeschweißt haben.
Nachdem der neuste Klatsch und Tratsch ausgetauscht war und wir durch unser Gelächter wieder die komplette Aufmerksamkeit des Platzes auf uns gezogen haben, haben wir uns mit Carmelo, einem Italiener, den die zwei kennengelernt haben, getroffen. Carmelo wohnt in Noto und hat uns die Stadt gezeigt. Und ganz ehrlich kann ich sagen, dass es eine der besten Stadtführungen in meinem Leben war. Unglaublich, wieviel er über die Stadt wusste, über Karlsruhe könnte ich lange nicht so viel erzählen. Die wichtigsten Sachen, wie den Dom oder die via Nicholisi, haben wir uns angeschaut und ein Stück Pizza sowie das obligatorische Eis durften natürlich auch nicht fehlen.
Wer eine wirklich schöne Barockstadt sehen will, sollte schnurstracks nach Noto fahren, eine wirklich, wirklich schöne Stadt, man kommt aus dem Staunen fast nicht mehr raus.
Ein Deutscher( kein besonders berühmter, glaube ich) hat über Noto wohl mal gesagt: "Es ist ein Garten aus Stein" und Recht hat er gehabt damit.


Die Rückfahrt war weitaus bequemer, rein in den Bus, einmal umsteigen und aussteigen. Das ganze in 2,5 Std. Es geht also auch anders( zu früh abgefahren sind wir trotzdem).

Den Vogel abgeschossen hat heute aber wieder Elsa( tut mir leid, das muss einfach sein). Zuerst hat sie sich hier in Vittoria ein Ticket nach Modica gekauft, 5 Minuten bevor der Bus kam, war es wie vom Erdboden verschwunden und sie musste ein zweites kaufen. Gelernt hat sie dabei aber nichts, denn auf der Rückfahrt, also wir in Rosolini umsteigen mussten, war das Ticket wieder verschwunden. Zum Glück hat uns ein netter Opa, der dort die Tickets verkauft, geholfen, so das der Busfahrer Elsa auch ohne Ticket hat einsteigen lassen.


Alles in allem: ein super Tag! Hat sich gelohnt, hat gut getan und muss bald wiederholt werden.

Donnerstag, 10. September 2009

#7 Caffè, großer Wechsel und Regengüsse

Ciao ciao,

es gibt wieder Neues aus dem Stiefel( obwohl wir da ja eigentlich nicht mehr dazu gehören).

Inzwischen sind Steffi und Kathi nach Pachino gezogen, wo sie jetzt wohl doch das komplette Jahr bleiben werden, das heißt man wird mich die ganzen nächsten 10,5 Monate in Vittoria antreffen.
Elsa und ich wohnen jetzt mit Anna und Maria zusammen. Anna kommt aus Ungarn und kam am Montag Abend hier an. Eigentlich wollten wir sie vom Bus abholen, weil wir aber davor noch von dem Hausmeister hier zum Essen eingeladen wurden und uns verquatsch haben, haben wir sie verpasst. Sie ist dann aber irgendwie mit 2 Frauen hier her zur Casa di Riposo gekommen.
Maria kommt auch aus Deutschland und ist seit gestern hier. Auch sie wollten wir eigentlich abholen, nachdem Sergio und ich dann über eine Stunde an der Bushaltestelle standen( und laut Sergio eine große Blonde suchen mussten - es kam eine kleine Dunkelhaarige ;) ), hat einer aus dem Büro angerufen und meinte sie steht an der anderen Haltestelle. Nun ja, das Timing müssen wir wohl noch etwas verbessern.
In 2 Wochen kommt jetzt noch Beata aus Norwegen - ich bin gespannt.

Jetzt gibts was zu erzählen, da weiß ich ganz genau, das viele gleich vor Lachen Bauchschmerzen bekommen.
Klein Laura mag Caffè! Jaaaaa, genau! Ich, die die sonst immer die größte Grimasse gezogen hat, wenn sie vor der Schule einen Kaffee getrunken hat um nicht einzuschlafen, ich mag seit neustem Kaffee. Aber nicht irgendeinen Kaffee, das wäre ja langweilig ;) Angefangen hat es damit, dass mich Sergio gezwungen hat "crema die caffè" zu probieren und die wir richtig lecker( müsst ihr auch unbedingt probieren wenn ihr mich besuchen kommt).
Und dann gibt es hier "orzo"( ich weiß gar nicht genau, wie man das schreibt). Euch Deutschen zuhause drehts wahrscheinlich gleich den Magen im Bauch um, aber ob ihr es glauben wollt oder nicht, das schmeckt echt gut! Orzo ist kalter Kaffee( jaaaaa, der wird extra in den Kühlschrank gestellt) mit Unmengen an Zucker versüßt. Also babbsüßer, kalter Kaffe.... - mhmmmm lecker!!!

Ja und Maria scheint irgendwie aus Deutschland schlechtes Wetter mitgebracht zu haben, gestern bin ich schon aufgewacht, weil ich gefroren habe( okey, es war trotzdem nicht richtig kalt, aber ich bin jetzt eben andere Temperaturen gewohnt) und heute, wo ich den Mittag frei habe und ans Meer wollte, regnet es. Und zwar nicht nur ein bisschen, seit 2 Stunden schüttet es was das Zeug hält. Die Türen hier sind gar nicht richtig dicht hab ich festgestellt, ich habe mir erst mal ein Handtuch gesucht, dass das Wasser davon abhält mir hier in meinem Zimmer Gesellschaft zu leisten. Da werd ich mir den Nachmittag mit Vokabeln lernen,Film schauen und Kaba trinken( den lasse ich trotz Orzo nicht im Stich) versüßen...

Bis bald meine Lieben

Mittwoch, 2. September 2009

#6 La bella figura

Ja es stimmt! - Italiener achten extrem darauf, wie sie in der Öffentichkeit auftreten( okey, zumindest manche...)
Ich habe hier gestern die absolut beste Arbeit gefunden, das hat super viel Spaß gemacht. Jeden Tag gibt es hier 2 Programmpunkte für die Nonnis, einer Vormittags und einer Nachmittags.
Gestern hab ich also Vormittags bei der Animation geholfen, und zwar beim Schminken ;)
Also habe ich von 10 bis 12 Omas geschminkt, massiert und Nägel lackiert, Gott war das goldig.

Da wurde neuste Klatsch und Tratsch ausgetauscht, die Augen haben nach der Verjügnungskur geleuchtet wie der Baumschmuck an Weihnachten und stolze Ehemänner haben ihre Frauen durchs ganze Altenheim geschoben, damit jeder sieht wie schön ihre Frau ist.

Ich hätte noch stundenlang Nägel lackieren können und mich mit den Quasselstrippen unterhalten können.

Aber auch die anderen Arbeiten machen Spaß! Nur manchmal ist es heftig, wenn man sieht, wie schnell es bergab geht. Eine Frau z.B. ist erst 60 und extrem schlimm Alzheimer, die schreit Tag und Nacht und seit gestern sitzt sie im Rollstuhl, weil sie sich ab und zu mitten im Raum auf den Boden fallen lässt. Solche Sachen machen einem dann doch zu schaffen.

Das ist der Ausblick aus unserem Wohnzimmer.

Dann gibt es aber auch ein paar, die es faustdick hinter den Ohren haben. Eine Oma ist Diabetikerin, darf also keine Süßigkeiten usw. essen. Wenn allerdings ihre Freundin Schokolade bekommt, versucht sie jedes Mal aufs Neue sich ein Stück zu klauen. Die andere Oma findet das auch völlig in Ordnung: "Gebt mir einfach mehr, ich geb ihr dann die Schokolade weiter, damit es die Pfleger nicht sehen..." Manchmal ist es echt zum brüllen.
Die Oma, die Schokolade für ihre Freundin schmuggeln möchte ;)

Ein anderer Opa, der erst seit 3 Tagen hier ist und verständlicher Weise lieber nach Hause möchte, liegt abends einfach nicht ins Bett. Der geistern nocht mitten in der Nacht im Garten rum, oder setzt sich zu den Pflegern wenn die eine Zigarettenpause einlegen( rauchen tun hier fast alle). Als ich gestern die Tische abwischen wollte, hat er sich in den Kopf gesetzt mir den Lappen zu klauen und mit Händen und Füßen zu verteidigen( ich hab gewonnen ;) ).

Eine Oma ist auch irgendwie der festen Überzeugung ich sei verlobt und heirate wenn ich nach Hause komme. Alle Versuche sie vom Gegenteil zu überzeugen, sind bis jetzt gescheitert... Die Kultur ist hier eben doch recht anders.

Also wie ihr euch denken könnt, haben wir jede Menge Spaß( oh, bevor ich es vergesse: hier hat es einen United Colors of Benetton und es gibt 70% auf alles - wirklich alles... so was hats in Deutschland nicht), ich glaube auch, wenn jetzt am Wochenende die neuen Freiwilligen kommen, wird es noch ein bisschen unterhaltsamer als es eh schon ist...


Das sind wir ;) Kathi, Elsa, Steffi und ich.



Dienstag, 1. September 2009

#5 Campen ohne alles

Ciao a tutti,

mamma mia, gibt es viel zu erzählen... Um ehrlich zu sein muss ich ganz tief graben um abends noch Motivation zu finden euch zu erzählen was alles passiert. Es passiert jeden Tag so viel, erzählen kann ich das sowieso nicht alles.


Am Wochenende waren wir "campen", das war vor allem eine große Chaosaktion. Gemacht haben wir den ganzen Spaß, weil wir Elsas Cousine beuchen wollten, die gerade auch auf Sizilien ist.

Nachdem wir nach 1,5 Std im Touristenbüro( jaaaaa die Italiener sind überhaus kompetent und arbeiten extrem schnell) endlich einen Busplan nach Portopalio hatten, gings ans Rucksackpacken. Weil eigentlich keiner mit Schlafsack, Isomatte geschweige denn Zelt ausgerüstet ist, hat das nicht lang gedauert.

Dann sind wir losgefahren mit dem Bus. Bis nach Pachino hat auch alles super funktioniert, die Busse kamen wann sie kommen sollten und sind dorthin gefahren wo wir hin wollten.

In Pachino war sich unser( extrem netter und überaus gesprächiger) Busfahrer nicht sicher, ob ein Bus nach Portopalio fährt, aber dafür hatte er auch eine Lösung parat: "Steigt aus, da ist ein Freund von mir, er nimmt euch mit nach Portopalio". Also schwupp die wupp saßen wir 4 Mädels mit unseren Rucksäcken bei einem Italiener und seiner Tochter im Auto( Sitze waren weit und breit nicht in Sicht). Als wir in Portopalio waren, wollten wir Elsas Cousine anrufen, die hatte aber ihr Handy aus. Also sind wir zuerst an den Strand( moooooooooooooooolto bello) und haben gebadet.

Irgendwann haben wir sie auch erreicht und sie hat uns einen Freund geschickt, der uns mit seinem( viel zu kleinen) Jeep abgeholt hat.

Der Campingplatz war super schön und direkt am Meer :) und überhaupt nicht teuer! Also wenn ihr vor habt hier zu campen( und euch mit Stehtoiletten anfreunden könnt), ich weiß wo.

Der Freund von Elsas Cousine( die wirklich!!! krass drauf ist), hat uns sein Zelt überlassen, weil wir ja absolut nichts hatten. Morgends sind wir gleich eine Runde im Meer schwimmen gegangen und haben uns dann auf den Weg zurück gemacht. Nach vielem Hin- und Her und der Idee einfach Autostop zu machen, kam dann doch ein Bus( der Busfahrer wusste lustiger Weise schon bestens bescheid wer wir sind...) und wir sind irgendwie nach Modica gekommen.

Modica ist eine echt schöne Stadt, so viel haben wir gesehen, auch wenn wir nicht lange dort waren. Da wollen wir auf jeden Fall nochmal hin. Und Sachen gibts dort, also zum essen ;) hmmmmm lecker lecker lecker!!! ( Nein, ich werde hoffentlich nicht zu einer dicken Mamma, im Keller steht mein Freund das Laufband ;))


Auf jeden Fall war diese Hals über Kopf Aktion super, hat uns allen gut getan mal hier raus zu kommen....

Dienstag, 25. August 2009

#4 Die erste Woche

Es gibt wieder Neues aus Nordafrika/ Italien oder auch einfach nur Sizilien:

Eine Woche sind wir jetzt hier und ich muss gestehen, dass ich nicht das Gefühl habe eine Woche hier zu sein. Auf der einen Seite ist die Woche so unglaublich schnell vorbei gegangen, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl schon ewig hier zu sein.

Inzwischen waren wir an einem unserer freien Tage am Meer :) der Strand hier ist super, gar nicht so dreckig wie viele sagen. Ein langer Sandstrand mit ziemlich klarem Wasser. Von einer Abkühlung im Meer kann aber keine Rede sein, das Wasser hat Badewannentemperatur. Teresa, eine der italienischen Freiwilligen hier hat uns mit nach Scoglitti genommen und musste uns( was uns wirklich peinlich war) auch wieder nach Hause fahren, weil wir die Sache mit dem Bus verplant haben.


Das der Bus nicht immer so fährt wie es auf dem Plan steht, haben wir am Sonntag erlebt. Lia, eine die hier arbeitet hat uns zur Bushaltestelle gefahren, dort haben wir dann gewartet, und gewartet, und gewartet, aber es kam kein Bus. Also sind wir in der Mittagshitze wieder nach Hause gelaufen.

Schon nach dieser einen Woche haben wir hautnah erlebt, wie es ist auf Sizilien zu sein. Die Dusche funktioniert zu bestimmten Zeiten überhaupt nicht, also dann, wenn alle duschen und die Küche Wasser zum spülen braucht. Aber auch zu allen anderen Zeiten klappt das mit der Dusche nur, wenn die Dusche gerade Lust hat zu funktionieren. Wir hoffen, dass wir im Winter warmes Wasser haben, momentan duschen wir nämlich eiskalt( ist aber noch ganz angenehm bei den Temperaturen hier).

Die Arbeit macht immernoch Spaß, inzwischen wissen wir was wir machen müssen, aber es kommen trotzdem jeden Tag neue Aufgaben dazu.

Die "bevanda" - den Wagen mit den Getränken müssen wir zweimal am Tag durch die "Casa di Riposo" schieben, damit die Leute genug zu trinken bekommen. Dann helfen wir jeden Tag beim Tisch abräumen bzw. decken und dabei den Speisesaal sauber zu halten.

Gestern hab ich mit Kathi den Eingangsbereich des Treppenhauses geputzt und das war auch wirklich nötig. Wir dachten nicht, dass es so anstrengend wird, aber am Ende vom Tag waren wir total kaputt.

Heute morgen war ich mit Teresa und einer alten Frau hier aus dem Altenheim im Krankenhaus, weil die Frau eine Kontrolluntersuchung hatte. Und ja, ich bin in Italien! Im Auto kann man sich nur vorne anschnallen und im Krankenhaus benutzt jeder sein Handy, obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist. Der Schwiegersohn der Frau, die wir ins Krankenhaus gebracht haben, meinte nur: "wir sind in Italien, das Leben hier ist ein Spiel, man kann machen wozu man Lust hat." Ich finde das trifft die ganze Sache ziemlich gut.

Der Nachmittag war heute super unterhaltsam. Wir haben Antonella bei der Animation geholfen, auf dem Programm stand heute Musik hören. Bei den meisten Programmpunkten sitzen die alten Leute nur um sie rum und schauen zu, das finden wir alle ein bisschen schade, vielleicht lässt sich das im Laufe des Jahres noch ändern. Heute, als die Musik kam, haben aber einige angefangen zu tanzen, es war richtig schön zu sehen, wie einige wieder zum Leben erwachen und tanzen oder singen, wenn sie Musik hören.

Das Italienisch macht auch jeden Tag Fortschritte, viele glauben uns inwischen nicht mehr, dass wir erst seit einem Monat Italienisch sprechen bzw. sprechen lernen. Da ist man schon irgendwie stolz auf das, was man schon gelernt hat. Und wenns mal nicht klappt, hat man ja auch noch Hände und Füße.

Gestern haben wir auch endlich Giovanna, die Direktorin hier kennengelernt. Bis jetzt scheint sie genau so nett und hilfsbereit zu sein wie alle anderen hier auch. Sie meinte nur, dass mein Zimmer eigentlich ihr gehört, weil sie teilweise länger arbeitet und dann nicht mehr nach Hause fährt. David hat uns allerdings am Anfang gesagt wir können das Zimmer benutzen, ich bin gespannt, wie wir das jetzt regeln.

Geregelt werden muss hier sowieso noch einiges, wir haben immernoch keinen festen Arbeitsplan und die freien Tage schweben auch mehr oder weniger in der Luft. Ich denke, dass wir das alles klären, wenn Anfang September die anderen Freiwilligen aus Ungarn und Norwegen kommen. Weil wir die ersten Freiwilligen hier sind, müssen wir, denke ich, auch noch viele Sachen selbst in die Hand nehmen, aber das war bis jetzt noch kein Problem.

Mir gehts auf jeden Fall gut hier, ich habe mich noch nicht an Pizza, Pasta & Co überfressen( die Küche hier ist super) und die Blicke der Italiener haben uns auch noch nicht aufgefressen.

Heute Abend wollen wir mal in den Sportkeller, dort gibt es ein Laufband( joggen in freier Wildbahn ist hier ziemlich unklug, weil überall chaotischer Verkehr ist) und irgendein anderes Gerät für die Mukkis.

Das soll erst mal wieder reichen, für Rechtschreibfehler übernehme ich keine Haftung ;) ich merke nämlich selbst, dass sich die immer öfter einschleichen... Grausam, wenn man keinen Deutschlehrer mehr hat, der einen verbessert....

Ci vediamo presto

Donnerstag, 20. August 2009

#3 Der erste "Arbeitstag"

Ciao ragazzi,

nachdem wir hier ja ständig w-lan haben, kann ich auch öfter mal berichten was wir hier machen.
Heute Morgen sind wir erst mal einkaufen gegangen, damit wir mit allem möglichen Schnickschnack ausgerüstet sind. Auf dem Weg zum Supermarkt haben wir dann gleich mal hautnah gespürt, was David meinte, als er gesagt hat, dass wir angestarrt werden. Teilweise sind die echt dreist hier, manche Männer stellen sich demonstrativ in die Tür, damit wir sie auch auf jeden Fall sehen. Einer kam uns ein bisschen zu nahe, da sind wir uns aber nicht sicher, ob er behindert war oder nicht.
Auf jeden Fall haben wir dann erst mal einen kleinen Dorfsupermarkt unsicher gemacht, die Hälfte gabs dort nicht und das, was es gab, war total überteuert. Wir habens aber geschafft uns mit dem nötigsten einzudecken.

Heute Mittag haben wir dann in der Küche geholfen. Wobei Küche relativ ist, Kathi und ich haben Benino( oder so ähnlich ;)), einem der Zivis, geholfen die Tische abzuräumen und sauber zu machen. War extrem lustig, weil ein paar von den Omis und Opis noch mit uns reden wollten, wir aber kein Sizilianisch verstehen, also musste Benino ständig übersetzen. Im Endeffekt haben alle gesagt, dass wir ja alle so hübsch sind und eine Oma meinte sie hat sich in mich verliebt. Die sind so goldig alle.
Und weil wir mittags noch nie am Meer waren, hat der Zivi gleich gemeint, dass er uns morgen mit nach Scoglitti nimmt.
In Scoglitti sind hier momentan alle, weil hier auch Ferien sind und die Strände wirklich schön sind.
Vorgestern hat uns die stellvertretende Direktorin mit dort hin genommen, weil ihr Sohn mit seiner Band dort in einer Strandbar ein Konzert gegeben hat. War super! Nur ziemlich kalt, weil wir nicht wussten, dass es am Strand ist und keiner eine Jacke dabei hatte.
Es ist unglaublich, wie bemüht hier alle sind, dass es uns gut geht und dass wir uns wohl fühlen.

Gegen Abend haben Kathi und ich dann ein paar von den Bewohnern hier animiert einen Film zu schauen, das ist gar nicht so einfach, wenn man noch nicht viel sagen kann und die alten Leute nicht versteht.

Jetzt werden wir uns erst mal gemütlich hier ins Wohnzimmer setzen und hoffen, dass unsere Hauskakerlake nicht wieder kommt... sonst haben wir ab jetzt irgendwelche Chemikalien, die hoffentlich helfen...

So viel bis hier hin, lass was von euch hören wies euch geht und was zuhause los ist. Wir hören inzwischen auch deutschen Radio übers Internet, ist ganz schön ein bisschen was von Zuhause zu haben. Daher wissen wir auch, dass es in Deutschland wohl fast genauso warm ist wie hier...

Alora, ich freue mich über Post, Mails und Kommentare...

Montag, 17. August 2009

#2 In Vittoria angekommen

Buona sera a tutti,

wir habens endlich geschafft - wir sind angekommen!
Nach 22 Std Fahrt sind wir endlich auf Sizilien. Gestern Mittag um 14Uhr sind wir in Bobbio losgefahren und um 17Uhr ist unser Zug in Torino Porta Nuova abgefahren.
Blöd war, dass unsere Gruppe über den ganzen Zug verteilt war, also die Palermitianer saßen weiter vorne und wir anderen im letzen Wagen, weil sich der Zug in Messina getrennt hat. Wir hatten es uns alle viel ungemütlicher vorgestellt in so einem Schlafwagen. Das Gepäck haben wir extrem reinquetschen müssen, aber sonst war alles super. Zwischendurch ist man halt immer wieder aufgewacht, wenn der Zug irgendwo gehalten hat. Krass war, dass ein paar von uns Geld aus dem Abteil geklaut wurde, während sie geschlafen haben, das hat die Zugfahrt ein bisschen getrübt.
Heute Mittag sind wir dann um halb 1 in Syracusa angekommen. Kaum hat man die Tür vom Zug aufgemacht kam einem eine Hitzefront entgegen. Unglaublich wie heißt es hier ist.
David, der Pfarrer von hier ist super nett, als erstes sind wir zum Mägges gefahren( wie treffend er die Vorurteile über Amerikaner erfüllt), danach durften wir 2 Std im Auto schwitzen.
Die Umgebung hier sieht Afrika schon schwer ähnlich, größtenteils Wüste mit ein paar Büschen dazwischen. Man merkt auch an den Häusern, dass wir jetzt in einer ärmeren Region sind.
Unsere Wohnung passt da so gar nicht dazu. Wir wohnen quasi über dem Altersheim in einer rießen großen Wohnung. Jeder von uns hat ein eigenes Zimmer und die Zimmer sind vergleichbar mit meinem in Deutschland, also wer schon mal mein Zimmer gesehen hat weiß, dass das keine normale Größe ist. Die Wände sind auch abartig hoch. Etwas kahl siehts hier noch aus, aber das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen ändern.
Morgen wird erst mal der ganze Papierkram erledigt, damit wir uns hier eine Handykarte usw. zulegen können.
Später wollen wir mal noch Vittoria erkunden, mal schauen was es hier so alles zu sehen gibt.
Großartig bewegen will sich hier aber noch niemand, weil es so unglaublich warm ist.
Glücklicherweise haben wir in unserer Wohnung Internet, ich werde also öfter zu erreichen sein.

Also bis jetzt gehts mir gut, ich bin gut angekommen, ich leb noch und bin mit allem zufrieden. Wenn ich weiß, was genau ich hier machen werde meld ich mich wieder!

Bis bald meine Lieben,
Ciao

Mittwoch, 12. August 2009

#1 Sprach- und Kulturkurs im Piemont



Ciao ragazzi,

so langsam freunde ich mich auch mit meinem Blog an, soll heißen, dass ich ab und zu mal berichten werde wie es sich so lebt in Bella Italia.

Die letzen zweieinhalb Wochen bin ich jetzt schon hier in Bobbio Pellice, einem kleinen Dorf im Piemont. Die ganze Umgebung sieht aus, als hätte man sie aus einem Katalog geklaut, traumhafte Berge, super schöne Städtchen( bzw. Dörfchen) und die meiste Zeit ein super Wetter.

Momentan sind wir noch 10 Deutsche, die versuchen des Italienischen mächtig zu werden. Richtig gut klappt das noch bei keinem, aber ganz langsam fangen wir alle an die Italienier um uns rum mit unserem holprigen Italienisch zuzuquatschen.
Unterricht haben wir immer Vormittags, wobei man sagen muss, dass ein großer Teil des Unterrichts aus der berühmt berüchtigten "pausa" besteht, die niemals kürzer als 45Minuten dauert.

Die Nachmittage sind fast immer mit Kulturprogramm gefüllt. Kulturprogramm ist hier fast alles, teilweise haben wir uns Kirchen oder andere Einrichtungen der Waldenserkirche angeschaut, weil das ja unsere Partnerorganisation bzw. -kirche hier in Italien ist. An anderen Tagen sitezn wir mit unseren "Betreuern" zusammen und diskutieren über alle möglichen Themen die es über Italien zu diskutieren gibt.

Uns allen kommt es noch gar nicht so vor, als wären wir hier schon drei Wochen, die Zeit geht so schnell vorbei. Die Leute in unserer Gruppe sind so verschieden und trotzdem verstehen wir uns alle super, wir haben rund um die Uhr Halligalli - was aber auch recht anstrengend sein kann.
Inzwischen freu ich mich wirklich auf ein eigenes Zimmer, in dem nicht 5 Koffer mittendrin stehen( ihr wollt wirklich nicht wissen wie unser Zimmer im Moment aussieht) und wo ich meine Sachen in einen Schrank räumen kann.


Es ist unglaublich, wie sich hier alle bemühen uns bei Laune zu halten, heute waren wir mit unserem Italienischlehrer und ein paar Freunden von ihm am Fluss. Mehr als 20 Leute wurden dafür in 3 kleine italienische Autos gestapelt, grundsätzlich wurde sich erst mal nicht angeschnallt, dann natürlich viel zu schnell den Berg hochgefahren und vor den Kurven mal kurz gehupt, damit der Gegenverkehr weiß, dass jemand kommt. Die Badestelle war aber traumhaft, das Wasser war zwar arschkalt, aber zur Abkühlung genau richtig. Schade ist hier nur immer, dass die Sonne schon um 5 oder 6 hinter den Bergen verschwindet.

In der ersten Woche waren wir alle in Turin, eine super Stadt, so richtig italienisch, mit dem typisch südländischen Flair. Dort werde ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein.

Der einzige Haken an der ganzen Sache ist das Essen. Ja ich weiß, Italien, das Land des tollen Essens... Stimmt auch eigentlich, nur essen wir hier viel zu viel. Zweimal am Tag bekommt man hier 2 komplette Gänge vorgesetzt, Pasta natürlich als Vorspeiße und dann noch eine Runde Fleisch. Brot schmeckt grauenhaft und wirklich abwechslungsreich ist der ganze Spaß nicht.

Am Sonntag gehts dann weiter nach Sizilien, 22Std. Zugfahrt ab Turin. Glücklicherweise haben wir einen Schlafwagen und müssen auch nicht umsteigen, die Umsteigerei war bei der Herfahrt nämlich der größte Stress, weil jeder einen extrem schweren Koffer und mehrere Taschen dabei hatte.
Aber wir sind hier gut angekommen und werden hoffentlich auch gut nach Sizilien kommen.

Das wars fürs erste, ich halte euch auf dem Laufenden.

A presto, salutti a tutti
eure Laura