Eine Woche sind wir jetzt hier und ich muss gestehen, dass ich nicht das Gefühl habe eine Woche hier zu sein. Auf der einen Seite ist die Woche so unglaublich schnell vorbei gegangen, auf der anderen Seite habe ich das Gefühl schon ewig hier zu sein.
Inzwischen waren wir an einem unserer freien Tage am Meer :) der Strand hier ist super, gar nicht so dreckig wie viele sagen. Ein langer Sandstrand mit ziemlich klarem Wasser. Von einer Abkühlung im Meer kann aber keine Rede sein, das Wasser hat Badewannentemperatur. Teresa, eine der italienischen Freiwilligen hier hat uns mit nach Scoglitti genommen und musste uns( was uns wirklich peinlich war) auch wieder nach Hause fahren, weil wir die Sache mit dem Bus verplant haben.
Das der Bus nicht immer so fährt wie es auf dem Plan steht, haben wir am Sonntag erlebt. Lia, eine die hier arbeitet hat uns zur Bushaltestelle gefahren, dort haben wir dann gewartet, und gewartet, und gewartet, aber es kam kein Bus. Also sind wir in der Mittagshitze wieder nach Hause gelaufen.
Schon nach dieser einen Woche haben wir hautnah erlebt, wie es ist auf Sizilien zu sein. Die Dusche funktioniert zu bestimmten Zeiten überhaupt nicht, also dann, wenn alle duschen und die Küche Wasser zum spülen braucht. Aber auch zu allen anderen Zeiten klappt das mit der Dusche nur, wenn die Dusche gerade Lust hat zu funktionieren. Wir hoffen, dass wir im Winter warmes Wasser haben, momentan duschen wir nämlich eiskalt( ist aber noch ganz angenehm bei den Temperaturen hier).
Die Arbeit macht immernoch Spaß, inzwischen wissen wir was wir machen müssen, aber es kommen trotzdem jeden Tag neue Aufgaben dazu.
Die "bevanda" - den Wagen mit den Getränken müssen wir zweimal am Tag durch die "Casa di Riposo" schieben, damit die Leute genug zu trinken bekommen. Dann helfen wir jeden Tag beim Tisch abräumen bzw. decken und dabei den Speisesaal sauber zu halten.
Gestern hab ich mit Kathi den Eingangsbereich des Treppenhauses geputzt und das war auch wirklich nötig. Wir dachten nicht, dass es so anstrengend wird, aber am Ende vom Tag waren wir total kaputt.
Heute morgen war ich mit Teresa und einer alten Frau hier aus dem Altenheim im Krankenhaus, weil die Frau eine Kontrolluntersuchung hatte. Und ja, ich bin in Italien! Im Auto kann man sich nur vorne anschnallen und im Krankenhaus benutzt jeder sein Handy, obwohl das eigentlich nicht erlaubt ist. Der Schwiegersohn der Frau, die wir ins Krankenhaus gebracht haben, meinte nur: "wir sind in Italien, das Leben hier ist ein Spiel, man kann machen wozu man Lust hat." Ich finde das trifft die ganze Sache ziemlich gut.
Der Nachmittag war heute super unterhaltsam. Wir haben Antonella bei der Animation geholfen, auf dem Programm stand heute Musik hören. Bei den meisten Programmpunkten sitzen die alten Leute nur um sie rum und schauen zu, das finden wir alle ein bisschen schade, vielleicht lässt sich das im Laufe des Jahres noch ändern. Heute, als die Musik kam, haben aber einige angefangen zu tanzen, es war richtig schön zu sehen, wie einige wieder zum Leben erwachen und tanzen oder singen, wenn sie Musik hören.
Das Italienisch macht auch jeden Tag Fortschritte, viele glauben uns inwischen nicht mehr, dass wir erst seit einem Monat Italienisch sprechen bzw. sprechen lernen. Da ist man schon irgendwie stolz auf das, was man schon gelernt hat. Und wenns mal nicht klappt, hat man ja auch noch Hände und Füße.
Gestern haben wir auch endlich Giovanna, die Direktorin hier kennengelernt. Bis jetzt scheint sie genau so nett und hilfsbereit zu sein wie alle anderen hier auch. Sie meinte nur, dass mein Zimmer eigentlich ihr gehört, weil sie teilweise länger arbeitet und dann nicht mehr nach Hause fährt. David hat uns allerdings am Anfang gesagt wir können das Zimmer benutzen, ich bin gespannt, wie wir das jetzt regeln.
Geregelt werden muss hier sowieso noch einiges, wir haben immernoch keinen festen Arbeitsplan und die freien Tage schweben auch mehr oder weniger in der Luft. Ich denke, dass wir das alles klären, wenn Anfang September die anderen Freiwilligen aus Ungarn und Norwegen kommen. Weil wir die ersten Freiwilligen hier sind, müssen wir, denke ich, auch noch viele Sachen selbst in die Hand nehmen, aber das war bis jetzt noch kein Problem.
Mir gehts auf jeden Fall gut hier, ich habe mich noch nicht an Pizza, Pasta & Co überfressen( die Küche hier ist super) und die Blicke der Italiener haben uns auch noch nicht aufgefressen.
Heute Abend wollen wir mal in den Sportkeller, dort gibt es ein Laufband( joggen in freier Wildbahn ist hier ziemlich unklug, weil überall chaotischer Verkehr ist) und irgendein anderes Gerät für die Mukkis.
Das soll erst mal wieder reichen, für Rechtschreibfehler übernehme ich keine Haftung ;) ich merke nämlich selbst, dass sich die immer öfter einschleichen... Grausam, wenn man keinen Deutschlehrer mehr hat, der einen verbessert....
Ci vediamo presto