heute ist der 1. Advent und es hatte 25° auf Sizilien. Da wird jegliche( aus dem Norden importierte) Weihnachtsstimmung restlos kaputt gemacht. Zwischendurch hängen zwar vereinzelt Weihnachtsmänner an den Hausfassaden, aber die sehen eher aus, als hätte man sie im letzen Jahr vergessen abzuhängen, als für dieses Weihnachten gedacht.
Ja, die typische Dezemberstimmung fehlt mir hier schon ein( großes) Bisschen.
Jetzt aber zum Zwischenseminar!
Freitag vor einer Woche haben wir uns auf den Weg gemacht. Um 22Uhr sind wir in Catania in den Nachtzug nach Rom gestiegen um von dort weiter nach Florenz zu fahren. Gleich zu Beginn hat es nicht ganz so geklappt wie wir erwartet hatten. Anstatt eines Abteils mit Betten und abschließbaren Türen, hatten wir normale Sitzplätze und Türen, die man nicht zuschließen konnte. Zum Glück war der Zug nicht voll und wir konnten uns jeweils zu 2. ein Abteil teilen. Mit ein bisschen Kreativität und den nötigen Schals haben wir es schließlich auch geschafft die Türen mit den Garderoben zu verknoten, so dass die komischen Gestalten, die sich auf den Gängen rumgetrieben haben, nicht mehr rein konnten. So sind wir dann über Land und Wasser in den Norden gefahren.
Endlich in Florenz angekommen haben wir erst mal unser Gepäck in die Foresteria( ein Hotel, dass zur Waldenserkirche gehört) geschafft und sind dann losgezogen um die Stadt zu erkunden.
Vor dem Dom war das Geschrei groß, denn wir haben schon ein paar der anderen Freiwilligen wiedergetroffen.
Zusammen mit Maria hab ich dann den restlichen Samstagnachmittag Florenz erkundet.
Als erstes sind wir in und auf den Dom, wunderschön! Schon von außen ist der Dom extrem schön und sieht ein bisschen aus, als könnte man ihn essen ;) Innen ist er eher schlicht, aber auch das hat mir gut gefallen. Das absolute Highlight des ganzen Florenzaufenthalts war aber die Kuppel des Doms, von der man über die Stadt schauen kann. Irgendwie haben wir es geschafft genau dann dort oben zu sein, als die Sonne unterging - maraviglioso!!! Traumhaft schön.
Weil es danach dunkel war und wir uns die Stadt lieber bei Tag anschauen wollten, haben wir ein bisschen die Geschäfte Florenz' unsicher gemacht. Shoppen kann man dort nämlich auch super...
Am Abend haben wir uns mit allen Freiwilligen in einer Pizzeria getroffen und uns noch ein bisschen die Stadt bei Nacht angesehen.
Was erstaunlich war ist, dass ich in einer Großstadt wie Florenz weniger Bedenken habe nachts durch die Straßen zu laufen, als hier in Vittoria. Vielleicht weil ich es gewohnt bin in einer Stadt zu leben, oder weil hier Sizilien ist, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hab ich mich irgendwie sicher gefühlt.
Sonntag morgens bin ich mit Maria wieder losgezogen um noch ein paar andere Dinge der Stadt zu sehen, ganz viele kleine, goldige Sträßchen haben wir gefunden :), über die Ponte Vecchio sind wir gelaufen und den falschen David haben wir auch angeschaut.Eine wirklich schöne Stadt!
Nachmittags bin ich dann mit den Riesifreiwilligen nach Castellina aufgebrochen. Nach 1,5 Std Zugfahrt waren wir endlich dort - mitten in der Toskana.
Ich hätte nicht gedacht, dass es dort wirklich so malerisch ist, aber was man so hört ist nicht gelogen. Für uns Sizilianer war das Schönste der Herbst. Hier wird jetzt alles grün, aber in der Toskana sieht man Blätter in sämtlichen Farben und fühlt sich ein bisschen an Zuhause erinnert.
Eine Woche haben wir dann dort in einem typisch toskanischen Landhaus gewohnt. 20 Freiwillige und unsere Teamer. Wir haben viel über unsere bisherigen Erfahrungen gesprochen, uns ausgetauscht und viel Spaß gehabt. Es war schön und interessant zu sehen, dass es den anderen ähnlich geht, oder auch zu sehen, wie die anderen mit Problemen usw. umgehen. Natürlich haben wir auch immer wieder theoretische Einheiten gehabt, die aber nie langweilig wurden.
Mittwochs waren wir alle zusammen in Siena, haben die Stadt angeschaut, Kaffee getrunken und "gearbeitet". Eine unsere Aufgaben war es nämlich Interviews zum Thema "Die Rolle der Frau in der italienischen Gesellschaft" zu führen. Ganz nebenbei haben die Interviews natürlich Spaß gemacht, die Leute haben ganz unterschiedlich auf unsere Fragen reagiert, manche wollten sich zu dem Thema gar nicht äußern, andere haben gleich bereitwillig Fotos ihrer Enkel aus dem Geldbeutel geangelt um sie uns zu zeigen.
Schade war, dass einige von uns die ganze Woche krank waren und fast gar nicht am Seminar teilnehmen konnten.
Gestern haben wir uns dann alle verabschiedet und sind in die unterschiedlichen Himmelsrichtungen aufgebrochen( wir dieses mal mit Schlafwagen).
Alles in allem eine super Woche und es ist schade, dass es nicht noch so ein Zwischenseminar gibt.